Das Motorrad hat für uns alle einen besonderen Stellenwert. Ob es als reines Fortbewegungsmittel oder als Freizeitgerät genutzt wird, eine pflegliche Behandlung sollte es in jedem Fall bekommen.

Regelmäßiges Warten und Putzen gehört daher zum Pflichtprogramm vieler Motorradfahrer. Das Bike soll schließlich nicht nur fahren, sondern auch gut aussehen. Wer sein Motorrad optisch aufwerten und dabei gleichzeitig den Lack schützen möchte, kann seinem Motorrad eine Keramikversiegelung spendieren. Auch für die putzfaulen unter uns bietet die Beschichtung eine deutliche Erleichterung der Pflege. Die Keramikversiegelung ist für viele nur aus dem Automobilbereich bekannt, wenn es um die Aufbereitung und den Schutz der Karosserie geht. Doch das Prinzip lässt sich bei den Lackteilen eines Motorrades genauso anwenden. Was die Beschichtung genau bringt und ob es für euch eine Überlegung wert ist, erfahrt ihr hier!

Um das Prinzip der Keramikversiegelung zu verstehen, muss man die Oberfläche eines Lackes genauer betrachten. Bei vergrößerter Darstellung erkennt man, dass eine Lackoberfläche nicht glatt ist, sondern Senkungen und Erhebungen hat. Je nach Zustand sind diese Höhenunterschiede sehr stark ausgeprägt, was zu einem stumpfen Erscheinungsbild des Fahrzeuges führt. Neben dem optisch unschönen Effekt sorgt die raue Oberfläche außerdem dafür, dass Schmutz und Wasser besser anhaften können. Insekten, Staub und sonstiger Schmutz lagern sich also schneller am Motorrad ab und sind schwieriger zu entfernen.

Genau hier setzt die Keramikversiegelung an. Sie besteht aus Siliziumdioxid-Teilchen, die so klein sind (Nanobereich), dass sie sich in die Poren des Lackes setzen und sie verschließen. Zusätzlich bildet sich eine unsichtbare Schutzschicht über die gesamte Oberfläche. Durch die Auffüllung der Vertiefungen erzielt man ein extrem glattes und glänzendes Lackbild. Doch die Versiegelung sorgt nicht nur für ein gutes Aussehen. Verunreinigungen und Wasser perlen von der Oberfläche ab, da sie keine Haftung finden. Es setzt sich also weniger Schmutz am Fahrzeug ab, der sich außerdem leichter entfernen lässt. Die Lebensdauer einer solchen Versiegelung kann mehrere Jahre betragen, da sie eine Verbindung auf molekularer Ebene eingeht. Entsprechend kostenintensiv sind demnach professionell aufgetragene Beschichtungen. Vor dem Verarbeiten muss eine gründliche Reinigung des Motorrades stattfinden, da ansonsten verbleibende Schmutzpartikel mitversiegelt werden. Eine vorherige Politur ist ebenso ratsam, um kleine Kratzer vor der Versiegelung zu entfernen. Zu den Stundensätzen eines Aufbereiters kommen noch die relativ hohen Kosten des Materials an sich hinzu. Für diejenigen, die ihr Motorrad kostengünstig versiegeln möchten, gibt es mittlerweile eine breite Palette an Versiegelungen für den Hobbybereich. Wichtig ist hierbei aber auch die penible Reinigung und Vorarbeit. Den Zeitaufwand und die Mühe bekommt man allerdings durch die leichtere Reinigung und ein glänzendes Motorrad entschädigt. Never ride alone mit TourDo APP.

Bericht Jochen Semek, Foto Joshua Dellbrügge

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