Wir alle würden am liebsten von morgens bis abends auf dem Bike sitzen. Doch sicherlich gibt es den ein oder anderen, der über kurze Zwischenstopps froh ist. Besonders bei sportlichen Bikes machen sich Hände, Knie oder Nacken nach längeren Touren bemerkbar. Das ist nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich. Eine natürliche und komfortable Sitzposition ist die Voraussetzung für das sichere Bewegen des Motorrades. Wer bei jeder Fahrt Schmerzen bekommt, muss allerdings nicht gleich sein geliebtes Bike verkaufen. Wir haben uns die ergonomisch wichtigen Stellen eines Motorrades angeschaut und zeigen euch, was ihr gegen einschlafende Hände und Co tun könnt.

Motorrad fährt man mit dem ganzen Körper. Die offensichtlichste Verbindungsstelle von Mensch zu Maschine sind dabei wohl die Hände. Bremsen, Kuppeln, Beschleunigen, Blinken – all diese Aufgaben erledigen unsere Hände. Brems- und Kupplungshebel müssen für den Fahrer leicht erreichbar sein. Bei vielen Motorrädern lassen sich daher die Abstände der Hebel zu den Griffen von Werk aus einstellen, damit die Finger nicht weit gestreckt werden müssen. Falls diese Möglichkeit nicht besteht, findet man im Zubehör eine große Auswahl an verstellbaren Hebeln. Um eine übermäßige Verdrehung des Handgelenks zu vermeiden, kann die Neigung der Hebel durch einfaches Lösen und Verdrehen der Hebelarmatur angepasst werden. Eine weitere kostengünstige Möglichkeit, die Handgelenke zu entlasten, ist das Ändern der Griffgummis. Hier stehen verschiedene Oberflächen, Durchmesser und Härten zur Verfügung. Ein Austausch alter ausgehärteter Griffgummis durch neue wirkt oft wahre Wunder und lässt das Bike gleichzeitig neuwertiger erscheinen. Für Ganzjahresfahrer sind Heizgriffe eine Überlegung wert. Vor allem bei Sportlern reichen diese kleinen Anpassungen zur Ergonomieoptimierung nicht immer aus. Wem die gebückte Haltung nicht bekommt, aber sein Bike nicht verkaufen möchte, hat noch weitere Möglichkeiten. Zubehörhersteller bieten höhergelegte Lenkerstummel an, die man in Höhe, Winkel und Neigung anpassen kann. Eine weitere Option ist ein Superbikelenker, der die Sitzposition des Fahrers aufrechter gestaltet. Hier kann allerdings ein größerer Umbau notwendig werden, wenn Züge und Bremsleitungen verlängert werden müssen.

Neben den Händen und Armen sind besonders die Knie und Fußgelenke gefordert. Vor allem sehr kleine oder große Fahrer/innen finden nur schwer ein Bike, das auf Anhieb bequem ist. Zu enge Winkel im Kniegelenk führen auf Dauer zu Schmerzen, zu große Winkel können die Agilität behindern. Den perfekten Knieschluss zum Tank kann man Adapterplatten der Fußrastenanlagen herstellen. Mehrere Bohrungen ermöglichen die variable Positionierung der Rastenanlage. Auch einstellbare Komplettsets sind am Markt zu finden. Ähnlich wie bei den Hebeln am Lenker lassen sich die Winkel des Schalt- und Fußbremshebels bei vielen Bikes von Haus aus anpassen. Im Fußgelenk sollten möglichst minimale Bewegungen erfolgen, um die Hebel zu betätigen.

Lange Touren fordern ein gutes Sitzfleisch. Nicht jeder hat das Glück, dass das eigene Motorrad mit einer gut gepolsterten Sitzbank ausgestattet ist. Doch das lässt sich ändern! Mittlerweile gibt es viele Anbieter, die Motorradsitze polstern oder Geleinsätze einarbeiten. Besonders kleine oder große Motorradfahrer/innen nutzen gerne die Option des Auf- oder Abpolsterns, um die Sitzhöhe anzupassen. Hierbei kann ebenfalls der Sitzbezug getauscht werden. Verschiedene Materialien bieten entsprechend mehr oder weniger Grip am Gesäß. Um den Halt zusätzlich zu erhöhen, kann man Grip-Pads am Tank anbringen, die im Bereich der Knie extra griffig sind. Durch den verbesserten Kontakt zum Tank können die Arme beispielsweise bei Bremsmanövern entlastet werden.

Neben den direkten Berührungspunkten zwischen Fahrer und Bike spielt das Fahrwerk eine entscheidende Rolle beim Komfort auf dem Motorrad. Moderne Gabeln und Federbeine erlauben vielseitige Einstellmöglichkeiten der Dämpfungseigenschaften. Wem die werksseitige Einstellung nicht taugt, sollte sich nach und nach an die optimale Härte rantasten oder das Fahrwerk in einer professionellen Werkstatt auf das eigene Gewicht und den passenden Fahrstil einstellen lassen. Für die besonders Großen und Kleinen unter uns gibt es außerdem die Möglichkeit, das Heck durch andere Umlenkhebel oder Federbeine höher oder tiefer zu legen. Einen Einfluss auf das Fahrgefühl haben natürlich auch die Reifen, die verschiedene Steifigkeiten aufweisen. Hier gilt: Probieren geht über Studieren. Wir hoffen, dass ihr einige Tipps für euch mitnehmen konntet damit ihr immer bequem und sicher ans Ziel kommt! Und wenn ihr nicht alleine fahren wollt, ladet unsere App und findet Mitfahrer in eurer Nähe! Never Ride Alone!

Bericht: Jochen Semek

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.