BMW hat vor über 30 Jahren den Meilenstein bei den Assistenzsystemen gelegt – das ABS. Mit der K-100-Baureihe wurde es damals erstmalig angeboten. Mittlerweile ist das Antiblockiersystem Pflicht bei allen neuzugelassenen Maschinen und das europaweit!

Die Firma Bosch hat sich mit ihrer Unfallforschungsabteilung bereits vor einigen Jahren mit der Tatsache beschäftigt, dass viele Unfälle in Kurven passieren. Somit erweiterten sie das herkömmliche ABS um einen Mechanismus, der mehr Stabilitätskontrolle verspricht. Im Jahr 2013 – gerade einmal fünf Jahre nach dem Start des Projekts MSC (Motorcycle Stability Control) kam das ESP-ähnliche Feature für Motorräder in Serienproduktion. Als erster Hersteller setzte KTM 2014 das Bosch-Kurven-ABS in der 1190 Adventure ein. Durch das Einbeziehen der Schräglagensensorik zur Motorsteuerung, erlaubt es dem Fahrer selbst bei hoher Schräglage noch in die Eisen zu gehen, allerdings unter normalen Straßenbedingungen. Auch diese Ausrüstung ist mittlerweile in Europa zur Standardausstattung bei Neufahrzeugen geworden.

Aktuell tüfteln die Forscher daran, die Kurvenstabilität auch bei Gefahren wie Ölflecken, nassem Laub oder Sand und Split zu erhöhen. Dazu hatten sie bereits vor drei Jahren ein neues Assistenzsystem – die „Sliding Mitigation“ vorgestellt. Hierbei werden Kaltgas-Generatoren eingesetzt, ähnlich wie sie beim PKW in Airbags zu finden sind. Sobald die MSC-Sensorik ein Wegrutschen des Vorderrads erkennt, werden die Generatoren gezündet. Mit einem lauten Knall entweicht das Gas gezielt durch eine seitliche Düse, was einen Rückstoß herbeiführt, der das Bike wieder in seine Spur zurückschiebt. Zur Zeit ist dieses Assistenzsystem allerdings noch in weiter Ferne.

Gleichzeitig bastelt die Forschungsabteilung an einer Radartechnik und schlägt damit ein ganz neues Kapitel bei den Assistenzsystemen an Motorrädern auf. Das ARAS, wie Bosch es kurz und knapp nennt (Advanced Radar Assistance Systems) erlaubt selbsttätige Abstands- und Geschwindigkeitsregelung und wird mittlerweile schon bei den Herstellern BMW, Ducati und KTM eingesetzt. In den Herstellerlisten der Zweiradhersteller taucht es unter der Bezeichnung ACC (Adaptive Cruise Control), Abstandstempomat oder adaptive Geschwindigkeitsregelanlage auf, gemeint ist jedoch das Gleiche damit, nämlich ein Assistenzsystem, das auch das Umfeld des Motorradfahrers erfasst. Und damit geht Bosch einen Schritt weiter bei der Verwirklichung des dreistufigen Sicherheitskonzepts. ABS und MSC stehen für die Unfallvermeidung und Verbesserung der Stabilität während des Fahrens während ARAS ein genaues Bild vom Umfeld des Fahrzeugs liefert. Nach Einschätzung der Unfallforscher der Firma Bosch könnten diese radarbasierten Assistenzsysteme wie das ACC, ein Totwinkel- sowie Kollisionswarner jeden siebten Motorradunfall verhindern.

Viele sagen jetzt sicher: gibt’s ja alles schon beim PKW und ist nix Neues! Die Übertragung aufs Motorrad stellte die Forscher aber vor große Herausforderungen. Hier müssen die völlig unterschiedlichen Eingangsparameter zu Fahrposition, Lenkeigenschaften, Bremsverhalten, Fahrdynamik und nicht zuletzt die beengten Unterbringungsmöglichkeiten berücksichtigt werden. Wir werden sehen, ob auch dieses System irgendwann zur Standardausstattung an Zweirädern wird. Mit TourDo seid ihr immer bestens informiert.

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