Schon längst ist das Smartphone zu einem ständigen Begleiter in unserem Alltag geworden. Auch viele Motorradfahrer nutzen es nicht mehr nur als Notfallhandy bei einer Panne, sondern integrieren es als Navigationsgerät, Tourenplaner oder Musikplayer in das Hobby. Gerade Tourenfahrer legen sich spezielles Zubehör wie Handyhalter oder Headsets zur Kommunikation mit Mitfahrern zu. Mehr oder minder gut funktionieren diese Lösungen, da das Handydisplay bei Sonneneinstrahlung kaum ablesbar ist und sich der Touchscreen mit Handschuhen nur schwer bedienen lässt. Das ist nicht nur sehr mühselig, sondern auch gefährlich. Wie lassen sich diese Gefahren vermeiden, ohne auf den Komfort der Smartphone-Funktionen zu verzichten? Dieses Problem versucht Bosch mit dem Integrated Connectivity Cluster zu lösen. Was verbirgt sich hinter diesem sperrigen Begriff und welche Vorteile bringt es dem Motorradfahrer?Eine Umfrage von Bosch zeigt: Biker möchten das Smartphone nutzen. Acht von zehn Motorradfahrer wünschen sich das Übertragen von Smartphone-Inhalten auf den Motorradbildschirm. Um den Komfort und Nutzen des Smartphones während der Fahrt sicher anzuwenden, entwickelte Bosch das Integrated Connectivity Cluster. Auf einem 10,25 Zoll großen TFT-Bildschirm können App-Inhalte neben fahrzeugrelevanten Daten angezeigt werden. Dank spezieller Beschichtungen reflektiert das Display viermal weniger als herkömmliche Bildschirme. Durch Vernetzungsmöglichkeiten über WLAN, Bluetooth und USB lassen sich mobile Endgeräte mit dem Motorrad verbinden. Mit der Smartphone-Integrationslösung mySPIN werden zusätzlich motorradspezifische Apps vom Handy auf den Fahrzeugbildschirm übertragen und entsprechend übersichtlich angepasst. In einem Split-Screen werden dem Fahrer dann beispielsweise die Navigationskarte und gleichzeitig die Geschwindigkeit angezeigt. Die Steuerung erfolgt über Drehregler und Taster am Lenker. Durch die übersichtliche Darstellung der wichtigsten Inhalte und die erleichterte Bedienung über die Lenkerarmaturen soll die Ablenkung verringert und somit die Sicherheit erhöht werden. Die erste Anwendung des Integrated Connectivity Cluster wurde bei BMW umgesetzt. Ducati hat sich für die kleinere 6,5 Zoll große Version des vernetzten Displays entschieden, das ohne Split-Screen Funktion arbeitet. Mit Kawasaki setzt dieses Jahr auch der erste japanische Hersteller auf die neue Generation von Anzeigeinstrumenten.Nicht nur Tourenfahrer profitieren von den Vorteilen der Neuentwicklung. Für ambitionierte Rennstreckenfahrer könnte die Technik theoretisch die Möglichkeit bieten, einen Lap-Timer über GPS oder die Aufzeichnung fahrdynamischer Daten zu integrieren – alles ohne zusätzliches Equipment. Was hiervon im Endeffekt umgesetzt und angeboten wird, liegt in der Hand der jeweiligen Hersteller. Durch neue Systeme eröffnen sich Möglichkeiten, die vieles erleichtern oder überhaupt erst ermöglichen. Das Thema Elektronik am Motorrad sorgt regelmäßig für heiße Diskussionen zwischen Puristen und Technikfans. Für die einen ist ABS schon zu viel, die anderen wünschen sich mehr digitale Helfer. Die aktuelle Entwicklung zeigt in allen Bereichen des Lebens einen verstärkten Fokus auf Vernetzung und Digitalisierung. Über kurz oder lang werden solche Techniken auch vermehrt Einzug in das Zweirad finden. Ob und wie es genutzt wird, bleibt im Endeffekt natürlich jedem selbst überlassen. Wer sich für das Integrated Connectivity Cluster interessiert, kann die Funktionen virtuell auf der Website von Ducati unter

https://multistradav4dashboard.ducati.com/ testen. Never ride alone!

Bericht: Jochen Semek / Fotos: Robert Bosch GmbH

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.